Balloon Dog - zumindest die Form stimmt

Money doesn’t matter: Jeff Koons‘ Balloon Dog

Als ich vier Jahre alt war, schenkte mir ein Zauberer auf einem Flohmarkt zwei Luftballons. Diese Luftballons waren nicht einfach nur zwei Luftballons: Sie waren zu einem Hund geformt, ineinander verknotet, Schwanz und Schnauze deutlich erkennbar. In einem zarten Rosa machte mich dieser Hund mit seinen runden Formen zum glücklichsten Kind an diesem Nachmittag. Sehr stolz war ich auf das rosafarbene Tier und meinen neuen Gefährten. Diese Freude hielt solange, bis eine meiner Freundinnen die Ballons zum Platzen brachte. Enttäuscht und traumatisiert lief ich von da an durch die Welt – ohne meinen geliebten rosafarbenen Vierbeiner.

Vor Kurzem, rund 30 Jahre später traf ich erneut auf meinen damaligen Weggefährten. Er sah noch genauso aus wie damals. Seine zartrosa Farbe hatte sich zwar in ein metallisch glänzendes Orange verwandelt und er war um einige Meter gewachsen, doch seine Rundungen und seine Form entsprachen denen meines Lieblings von vor vielen Jahren. Warum nur hatte nicht ich die einfallsreiche Idee von Jeff Koons? Die Schnauze mit Luftballonverschluss war auch mir wohl bekannt und seine besondere Form hatte mich schon als Vierjährige fasziniert, ja, regelrecht in ihren Bann gezogen.

Hund ist Kunst
Balloon Dog heißt das Kunstwerk von Jeff Koons, das im November 2013 in New York für 58,4 Millionen Dollar (43,46 Millionen Euro) versteigert wurde. Das Werk, das der Form zweier zusammengeknoteter Ballons entspricht, hat Koons auf den Thron der teuersten lebenden Künstler katapultiert. Wer war doch noch mal Gerhard Richter? Koons ist mit seinem Balloon Dog ein absoluter Coup gelungen. Wie gesagt, die Form und das Tier an sich, haben selbst schon kleine Mädchenherzen erfreut. Aber heute interessieren andere Werte: Koons Glanzstück strahlt Prunk und Protz zugleich aus. Dekadenz ist fast ein Fremdwort, um den Hund in überlebensgroßer Form zu beschreiben.

Wo versteckt sich der orange Rüde?
Wer das starke Stück erworben hat, ist nicht bekannt – zumindest nicht in der Öffentlichkeit. Ein Foto zeigte das überdimensionierte Hundchen zwischenzeitlich auf der Grünfläche eines Hauses. Doch ob sich das gute Tier dort auch tatsächlich immer noch aufhält, ist nicht gewiss. Wer’s findet, meldet sich einfach mit einem passenden Foto. Wir freuen uns über zahlreiche Zuschriften!

Ente

Die Daunen der Eiderente

Sie sind weich, sie sind kuschelig und unglaublich warm: Die Rede ist von den Daunen der Eiderente. Doch neben diesen drei Eigenschaften gibt es noch ein weiteres Charakteristikum: Die Federn sind unglaublich teuer. Eine Bettdecke aus Eiderdaunen kostet je nach Größe und Qualität rund 3.000 Euro aufwärts. Spitzenpreise für Decken mit Eiderdaunen erreichen die 10.000 Euro-Marke. Doch was macht die Daunen der Eider so besonders?

Anders als klassische Daunenfedern von Enten oder Gänsen dienen die Eiderdaunen nicht dem Schutz der Ente vor Kälte oder Nässe, sondern ausschließlich dem Schutz der Brut. Die Eiderente nutzt die besonderen Federn, um ihre Nester auszupolstern und ihre Gelege gegen die eisige Kälte in den vorwiegenden Brutgebeiten in den Regionen Skandinaviens (Dänemark, Island) zu schützen. Die Daune bietet hervorragenden Schutz gegen die klimatischen Witterungsbedingungen wie kalte Winde und niedrige Temperaturen und schützt die Brut sowie die Nachkommenschaft. Vor allem in Island ist das Sammeln der Eiderdaunen sehr beliebt – nicht nur aus kommerziellen Beweggründen.

Trotz ihres stolzen Preises ist sowohl die Eiderente als auch die Eiderdaune optisch eher unspektakulär. Sie hat eine bräunliche Färbung und unterscheidet sich in Größe und Struktur von herkömmlichen Daunen: Sie ist größer, feiner und bildet ein klettenartiges Gewebe. Dank dieser Struktur ist es möglich, sehr leichte Decken zu produzieren, die trotz einer geringe Menge an Füllmaterial sehr warm halten. In der Natur verhindert die Klettstruktur das Davonwehen durch Wind und Wetter: Die Daunen kleben aneinander und bilden ein wärmendes Knäuel, das auch in der Decke seinen wärmenden Zweck erfüllt.

Eiderdaunen sammeln: Ein Hobby mit Gewinn?
In Deutschland ist das Sammeln von Eiderdaunen nur erlaubt, wenn die Ente ihr Nest verlassen hat. Erst dann ist das „Ernten“ der kostbaren und wärmenden Federn aus den verlassenen Nestern gestattet. In Island hingegen herrschen andere Sitten: Hier werden Eiderente regelrecht beim Brüten unterstützt: Mit Holzhäuschen und vorbereiteten Bruthöhlen machen es einige Sammler den Enten besonders bequem. Kurz vor dem Schlüpfen der Küken tauschen die Farmer das im Nest zu findende Federkleid aus Eiderdaunen gegen wärmendes Stroh aus. In Island ist das Sammeln der Daunen eine lukrative Einnahmequelle mit der sich sehr gut Geld verdienen lässt: Üblicherweise schwanken die Preise während eines Jahres beträchtlich. Auch Hobbysammler, die nicht davon leben, aber dennoch Spaß am Pflücken der Federn haben, kommen bei der Jagd nach der Eiderdaune auf ihre Kosten. Selbst wenn sie nach und nach nur wenige Gramm beisammen haben, reicht dies eventuell schon zur Füllung für eine sehr leichte, aber wärmende Decke aus. Damit man die exklusive Füllung richtig genießen kann, durchlaufen die Daunen einen speziellen Waschgang bei über hundert Grad. Der Reinigungsprozess dauert zum Teil mehrere Tage, da die wertvollen Federn anschließend getrocknet und in Handarbeit selektiert werden. Knoten, Stroh und andere Restrückständen müssen aus den Federn entfernt werden, ansonsten wird’s in der Nacht unbequem.

Wer sich mit einer Decke aus handverlesenen Eiderfedern bettet, wird die Wirkung der besonderen Füllung schnell spüren: Leicht und luftig, aber wärmend zugleich. Nicht ohne Grund zählen die Daunen der Eiderente zu den edelsten und teuersten Federn der Welt.

Foto: ©sid221 – Fotolia.com
Text: GW

Hotel du Cap-Eden-Roc

Hotel du Cap-Eden-Roc: Eine Legende wird 100

Sonnenschein. Dazu der einmalige Ausblick auf die Côte d’Azur und einen Cocktail in der Hand und ahh! – Ist das nicht schön? Wo kann man diesen fantastischen Ausblick genießen, wenn nicht im irdischen Paradies?

Persönlichkeiten checken hier ein
Ob es den Promis und Stars, die im Eden Roc eincheckten wirklich so erging? Wir können es nur erahnen. Denn vieles, was sich hinter den Mauern des Fünf-Sterne-Hotels abspielt, bleibt für die Öffentlichkeit verborgen. Das war schon in der Vergangenheit so und wird auch immer so bleiben. Denn gerade das Abschirmen vor der Öffentlichkeit ist etwas, was den Stars am Eden Rock so gut gefällt. Und auch das Personal ist an Unauffälligkeit kaum zu überbieten. Doch das heißt nicht etwa, dass man als Gast im Eden Roc auf sich allein gestellt ist, sicher nicht: Wer einen Wunsch hat, bekommt diesen stets erfüllt. Das Personal ist also stets zur Stelle, wenn man es braucht – so jedenfalls sein Ruf. Aus diesem Grund checkten schon Stars wie Pablo Picasso und Marylin Monroe in das Hotel ein, dessen Wurzeln in das Jahr 1870 zurückreichen.

2014: 100 Jahre Paradies auf Erden
Im Jahr 1914 wurde das bestehende Haus durch den Eden Roc Pavillon erweitert. Eine zusätzliche Felssprengung in den Basalt schuf ein Meerwasserbecken für Schwimmer. Seit der Zusammenführung von Hotel du Cap und Pavillon bilden beide eine Einheit, zu erkennen am Namen Hotel du Cap Eden Roc. In diesem Jahr nähert sich die Vereinigung zum hundertsten Mal: Das muss gefeiert werden! Aber – psst! – natürlich hinter abgeschirmten Mauern, dass auch ja niemand von den Intimitäten der Feierlichkeiten erfährt. Wir gratulieren herzlich!

Und eines dürfen wir sogar verraten: Zum hundertsten Jubiläum gönnte sich das noble Hotel eine neue Terrasse – natürlich mit Rundblick über die Côte d’Azur. Wer kann da noch wiederstehen?

Foto: Hotel du Cap-Eden-Roc

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Science Fiction für die Straße: Aeromobil 2.5

Nie wieder im Stau stehen?
Aeromobil heißt das Fahrzeug, das eine neue Form der Fortbewegung möglich macht. Dieses Fahrzeug beschränkt seine Nutzer nicht länger auf die Straße, sondern eröffnet neue Wege und neue Perspektiven. Ob dies nun bedeutet, dass bisherige Autofahrer zukünftig die Lufträume erobern oder sich der Verkehr in den Städten angesichts verstopfter Straßen zunehmend in den Luftraum verlagern wird, bleibt ungewiss. Noch steckt die Technik in den Kinderschuhen, auch wenn in den USA schon seit 2011 fliegende Fahrzeuge dieser Art zu erwerben sind.
Allein die Entwicklung und Erfindung eines fliegenden Autos sichert jedoch noch keine Mobilität im Luftraum. Um die neuen flugfähigen Fahrzeuge tatsächlich nutzen zu können, sind eine Reihe von gesetzlichen Maßnahmen und Erlassen erforderlich. In den USA bedeutete dies beispielsweise, dass langjährige behördliche Verfahren notwendig waren, in denen das Gefährt erst für Straßenverkehr und später für den Luftraum zugelassen werden musste. Amtlich erhielt das Vehikel die Bezeichnung „Kleinflugzeug mit Straßenzulassung“. Trotz zukunftsfähiger Potentiale blieb die große Nachfrage jedoch aus. Ein Grund hierfür mag der Preis gewesen sein: 280.000 Dollar (ca. 210.000 Euro) sind eben kein Pappenstiel – auch nicht für ein fahrbares Flugobjekt. Darüber hinaus gab es weitere Schwierigkeiten: Zum Starten und Landen sind 800 Meter Lande- bzw. Startbahn erforderlich. Eine Nähe zum Flughafen ist so unweigerlich einzuhalten. Dies machte das Gefährt für den alltäglichen Gebrauch im Straßenverkehr nahezu unbrauchbar.

Aeromobil: 20 Jahre Entwicklungsarbeit
Doch neueste Entwicklungen hinsichtlich alternativer Nutzungsmöglichkeiten von Fahrzeugen gibt es seit Kurzem auch in der Slowakei. In 2013 wurde dort das Aeromobil 2.5 präsentiert: Ein nach über 20 Jahren Entwicklungsarbeit produziertes Vehikel, mit dem sich ebenfalls der Luftraum erobern lässt. Noch handelt es sich um einen reinen Prototypen, aber die nächste Generation ist schon im Bau. Auch seine ersten Flugstunden hat das Aeromobil bereits hinter sich: Im September 2013 wurde das fliegende Fahrzeug der Presse vorgestellt. Das Fliegen in der Luft ist jedoch noch ausbaufähig. Immerhin: Es schwebte – nicht lange, nicht weit, aber es schwebte! Und mittlerweile steht bereits die Generation 3.0 in den Startlöchern.

Technische Daten und Ausstattung
In der 6-Meter-langen Kabine aus Carbon finden 2 Personen Platz, das Leergewicht beträgt 450 Kilogramm. Mit einem Verbrauch von rund 15 Litern Normalbenzin pro Flugstunde schluckt das Fahrzeug kaum mehr als ein Sportwagen. Am Boden verbraucht es lediglich 7,5 Liter/Stunde. Die Geschwindigkeit liegt am Boden bei bis zu 180 km/h, in der Luft erreicht das Aeromobil 200 Stundenkilometer und mehr. Die Verwandlung vom Automobil zum Ultraleichtflieger gelingt innerhalb einer Minute. Dann klappen die Flügel aus und das schnittige Vehikel wird in einigen Sekunden zum Ultraleichtflieger. Doch auch das aerodynamische Design überzeugt neben den harten Fakten der Maschinerie. Dies war eine Bedingung des Industriedesigners Stefan Klein, der seit 20 Jahren der Tüftler hinter dem Aeromobil ist. „Alles hat ein wunderschönes Design – das ist mir sehr wichtig“. Die Produktion sei für 2015 bzw. 2016 geplant. Auch die millionenschwere Finanzierung sei vorerst gesichert. Doch was wird das Aeromobil für den Konsumenten kosten? Hierüber kann Klein bisher keine Auskunft geben. An oberster Stelle steht ohnehin die flächendeckende Nutzung des Objekts: In großflächigen Staaten wie zum Beispiel China oder Russland plant Klein, die Fortbewegung nachhaltig zu verändern. Doch bis dato sind ähnliche Hürden zu meistern wie in den USA: Die Zulassungsbestimmungen der Luft- und Straßenverkehrsbehörde sind in der Slowakei ähnlich streng. Es geht um Start und Landung, aber auch um Beleuchtung und Beschilderung (Nebelschlussleuchte und Nummernschild). Noch ist der Traum vom Fliegen für Jedermann nicht ausgeträumt.

Autor: Gabriele Wende
Foto: www.aeromobil.com

Pokal, Sieg, Deutschland, WM 2014

Deutschland ist Weltmeister!

Lange haben wir gewartet –  um genau zu sein: 24 Jahre lang. Doch jetzt ist es wahr: Deutschland ist Weltmeister! Danke Jungs! Danke Jogi! Ihr habt es geschafft!!!

Ihr habt trainiert, geübt, noch mehr trainiert, Techniken verfeinert und Strategien entwickelt. Die Leichtigkeit im Spiel habt Ihr dabei nie verloren – und erst Recht nicht den Spaß im Team. Facebook, Twitter und Instagram zeugen davon! Und doch seid auch ihr älter geworden und habt Euch die Hörner an den Gegnern abstoßen müssen. Dies ist Euch bravourös gelungen. Deutschland sagt Danke!

Den Pokal habt Ihr Euch mehr als verdient. Das gute Stück wiegt rund 6 Kilogramm, 4,9 Kilogramm davon sind aus 18-karätigem Gold. Von Innen ist die 37 Zentimeter hohe Siegprämie vermutlich hohl, denn massives Gold ist sehr viel schwerer. Am Sockel trägt das Prunkstück zwei Kränze aus Malachit-Halbedelsteinen, dazwischen ist der Schriftzug „FIFA World Cup“ zu lesen. Dürft Ihr den Pokal behalten? Behalten darf man die Siegprämie leider nicht. Nach der WM wandert der Pokal an einen sicheren Ort. Ihr bekommt stattdessen eine Replik, die ihr mit nach Hause bringt. Doch das Original in den Händen zu halten, ist bereits von unschätzbarem Wert. Dies ist nur Weltmeistern, deren Betreuern sowie Staatsangehörigen und Funktionären gestattet – und mit ein paar Ausnahmen auch anderen. Während sich der reine Materialwert des Pokals auf rund 150.000 Euro beläuft, ist der ideelle Wert des Prunkstücks unbezahlbar. Für Deutschland eine außerordentliche Ehre und ein unheimlicher Erfolg, ihn wieder im Land zu haben. Unsere Jungs und Jogi haben Geschichte geschrieben. Eine Geschichte, die mit dem Sieg der WM 2014 in Maracanã gerade erst anfängt.

Text: Gabi Wende

Foto: © christophe papke – Fotolia.com

 

Briefmarkensammlung

Weltrekord: Teuerste Briefmarke für 9,5 Millionen Dollar versteigert

Sie ist klein, sie ist rot und dennoch ist sie das teuerste Stück Papier der Welt: In New York ist gestern die wertvollste Briefmarke bei Sotheby’s für 9,5 Millionen Dollar (rund 7 Millionen Euro) versteigert worden: Von der “British Guiana 1c magenta“ aus dem Jahr 1856 ist nur noch ein einziges Exemplar erhalten. Die 2,5 mal 3,2 Zentimeter große Marke ist somit die teuerste Briefmarke der Welt. Sotheby’s Schätzpreis vorab lag zwar mit bis zu 20 Millionen Dollar deutlich über dem Auktionspreis, dennoch ist die Marke laut Sotheby’s im Verhältnis zu Gewicht und Größe das teuerste und wertvollste Objekt der Welt. Gleichzeitig ist der Betrag, den ein Telefonbieter in diesem Fall für die Marke bot, der bislang höchste, der je für eine Briefmarke gezahlt wurde.

Autorin: Gabriele Wende

Foto: ©-Andre-Bonn-Fotolia

 

Diamonds

Diamonds are a girl’s best friend

Frauen lieben Diamanten. Nur Diamanten? Sicher nicht. Aber ein Diamant zählt, im Vergleich zu anderen Edelsteinen, zu den langlebigsten. Doch wie kommt es dazu, dass sich dieser Stein von seinen Konkurrenten derartig abhebt? Wie entsteht überhaupt ein Diamant? Und wie kommt seine lange Haltbarkeit zustande?

Tief in der Erde

Diamanten gelten als kostbar. Doch vom Material her handelt es sich bei dem Edelstein ausschließlich um Kohlenstoff, der über viele Jahrzehnte in den Tiefen des Erdbodens gereift ist. Damit aus dem chemischen Element tatsächlich ein Diamant wird, muss der Kohlenstoff in tieferen Gesteinsschichten hohem Druck und hohen Temperaturen ausgesetzt sein. Nur unter diesen Voraussetzungen fügen sich die Kohlenstoffatome zu geordneten Kristallen zusammen. Diese Struktur ermöglicht die Entstehung von würfelartigen Diamanten, die jedoch auch als Oktaeder oder Dodekaeder auftreten können. Andere Formen sind darüber hinaus möglich.

Die Härte eines Diamanten

Das Besondere eines Diamanten ist seine Härte. Sie unterscheidet sich deutlich von allen anderen Mineralien und Gesteinen. Die Härte wird anhand des Ritzwiderstandes eines Materials gemessen, auch wenn Gemmologen das Verfahren als nicht eindeutig genug einstufen. Die Messung erfolgt anhand der Mohs-Skala. Diese gibt den Härtegrad eines Minerals mit einer Zahl von 1 bis 10 an, wobei 1 als weich und 10 als die härteste Stufe gilt. Zum Vergleich: Auf der Skala der Härteprüfung nach Mohs erreicht ein Diamant den Wert 10, Quarz die Stufe 7 und Talk 1. Aufgrund ihrer Härte sind Diamanten auch längst nicht nur Zierde am Hals schöner Frauen. Der Stein ist so stabil, dass er zu Bohrern verarbeitet wird. Und auch Sägen erhalten durch ihn erst ihre richtige Schärfe.

Erst Reinheit, Klarheit und Schliff sorgen für Kostbarkeit

Damit aus dem Mineralienmix in der Erde schließlich ein Diamant wird, ist nicht nur Zeit und Geduld erforderlich – erst ein paar handwerkliche Tätigkeiten veredeln den Stein. Der Schliff bringt einen Diamanten zum Strahlen und Funkeln und verleiht ihm seinen kostbaren Wert. Um den ursprünglichen Kohlenstoff zum Glänzen zu bringen, benötigt man härteste Materialien: Nur mit einem weiteren Diamanten oder mit Diamantstaub lässt sich der Stein bearbeiten. Anders ist kein Fine-Tuning möglich. Zudem würde sich wohl keine Frau einen ungeschliffenen Diamanten um den Hals hängen, denn seine Schönheit kommt erst im Zuge der Bearbeitung zum Vorschein: „Ein ungeschliffener Diamant ist etwa (so) ansehnlich wie ein Stück Seife“, sagte einst G. F. Herbert Smith, britischer Mineraloge und ehemaliger Mitarbeiter des British Museum of Natural History. Na, dann doch lieber einen Stein mit Feinschliff!

Autorin: Gabriele Wende

Foto: © selensergen – Fotolia.com

Eier, symbolisch, Tiefenschärfe

Ei, ei, ei…

Ach Du dickes Ei! Das wird sich auch ein US-Schrotthändler gedacht haben, der für ein auf dem Flohmarkt erworbenes Farbergé-Ei einen Spitzenpreis von 24 Millionen Euro erhielt. Doch wie kam es zu dieser unglaublichen Geschichte? Der Schrotthändler kaufte auf dem Flohmarkt ein kleines goldenes Ei für 14.000 Dollar. Sein Ziel: Es mit einem höheren Gewinn weiter zu verkaufen. Ihm schwebten dabei rund 500 Dollar vor Augen. Kaum zu glauben, aber wahr: Niemand wollte sein Goldei haben. Erst bei Recherchen im Internet wurde ihm der tatsächliche Wert seines Flohmarktkaufs bewusst: In London bestätigte Fabergé-Experte Kieran McCarthy dem Amerikaner die Echtheit des verschollenen Fabergé-Eis. Und klärte zudem über den geschätzten Wert auf.

Ein Luxus-Ei als Ostergeschenk

Die nur 8,2 Zentimeter kleine Kostbarkeit, in deren Innern sich eine Uhr des Luxus-Uhrmachers Vacheron Constantin befindet, galt lange als vermisst. Experten unterscheiden zwischen Fabergé-Eiern, die vom Zar persönlich in Auftrag gegeben wurden und zwischen nicht-Zaren-Eiern. Bei dem nun aufgetauchten Ei handelt es sich um eine zaristische Auftragsarbeit. Der russische Kaiser Alexander III. bat Fabergé 1885 zum ersten Mal, ein Ei für seine Gemahlin, die Zarin Maria Fjodorovna, anzufertigen, das er ihr Ostern als Geschenk überreichte. Seitdem setzte sich dieser Brauch Jahr für Jahr fort. Das kleine Goldei mit der Uhr im Innern und dem dreibeinigen Sockel schenkte er ihr 1887. Offiziell fertigte der Hofjuwelier Carl Fabergé 50 Eier für die Zarenfamilie an, acht Eier galten seit der russischen Revolution als verschollen. Seit kurzem sind es nur noch sieben.

Letzte Chance nutzen

Wer noch die letzte Chance nutzen möchte, einen Blick auf das kleine goldene Ei zu erhaschen: Zwischen dem 14. und 17. April 2014 kann man das kleine Kunstwerk bei Wartski in London bewundern.

Foto: © rakun – Fotolia.com

Autorin: Gabriele Wende

Penthouse, Luxus, Etage

Ups and Downs

Penthouse vs. Bruchbude. Was besitzt mehr Ästhetik?
Was sehen Sie? Ein Penthouse, im 12. Stock eines Hochhauses? Eine Wohnung, bei der man sagen würde: „Wenn diese mein Eigen wäre, dann hätte ich es geschafft.“? Lange galt die Dachwohnung als ein Domizil für Menschen, die in der sozialen Hierarchie weit unten standen. Auch im antiken Rom galt das Wohnen in den oberen Etagen als hinderlich. Schließlich mussten das Wasser und alle Nahrungsmittel bis ganz in den obersten Stock geschafft werden. Und auch in späteren Zeiten waren die Dachkammern und Mansardenzimmer den Bediensteten vorbehalten, während die feinen Herrschaften in der Belétage im 1. Stock lebten und es sich dort gut gehen ließen.

Heute steht das Wohnen in der obersten Etage für das Ankommen bei den oberen Zehntausend. Diejenigen, die es sich leisten können, streben nicht mehr nach dem Einfamilienhaus wie es so typisch für die 1970er und 1980er Jahre war. Auch Villen sind für viele heute nur noch von geringem Interesse. Heute sind es die oberen Etagen luxuriöser Dachwohnungen oder das exklusive Obergeschoss eines Mehrfamilienhauses, das diese abgelöst hat.

Finanzkrise sorgte für Preisanstieg

Auch die Finanzkrise sowie steigende Mietpreise haben in vielen Großstädten zu dieser Entwicklung beigetragen: Wer das nötige Kleingeld hat, hat kräftig investiert und den Bauboom in diesem Segment weiter angeheizt. Damit verbunden war gleichzeitig eine weitere Preissteigerung: Die ohnehin schon teuren Wohnungspreise der Extraklassen haben aufgrund der steigenden Nachfrage in den letzten Jahren noch einmal kräftig zugelegt. In Frankfurt soll ein Käufer kürzlich einen Quadratmeterpreis von knapp 14.000 Euro gezahlt haben. Dass solche Spitzenpreise Aufsehen erregen, ist vorprogrammiert. In München kursieren Quadratmeterpreise für Penthäuser bei 23.000 Euro – dagegen ist Frankfurt ein Schnäppchen.

Die symbolische Nähe zum Himmel hat ihren Reiz. Dies gilt inzwischen nicht mehr nur für Manager und Vorgesetzte, auch wenn bis dato kein anderer Platz innerhalb eines Wohnhauses den Aufstieg besser verkörperte als der oben liegende Wohnbereich. Auch ältere Betuchte oder Personen, die vor dem Hintergrund der Finanzkrise in einem Penthouse ein sicheres Investment sehen, tragen zu steigen Immobilienpreisen bei. Dabei gibt es durchaus andere Gründe, um in die Höhe zu streben: Ein Penthouse ist in seiner Bauweise oft sehr individuell. In vielen Großstädten wurden diese nachträglich aufs Dach von bestehenden Mehrfamilienhäusern oder Bürokomplexen gesetzt, so geschehen z. B. in Berlin, wo ein 90-Quadratmeter Standard Gewächshaus auf dem Dach eines Gewerbekomplexes thront. Der wahre Penthouses-Besitzer strebt jedoch nach etwas Spezifischem: Einer ausgefallenen Bauweise, einem besonderen Standort, einer exklusiven Dachterrasse oder einem umwerfenden Blick über die anderen Gebäude der Stadt. Eine luxuriöse Inneneinrichtung tut ihr übriges. Aber wie ästhetisch sich das Ganze auch darstellt: Aufgrund der Nähe zum Himmel besitzt jedes Penthouse, ob nun groß oder klein, eine ganz besondere Ästhetik.

Hochhaus fällt Foto: Geiger Unternehmensgruppe

Hochhaus fällt
Foto: Geiger Unternehmensgruppe

Aber auch andere Gebäude besitzen ästhetischen Reiz: Einstürzende Bürokomplexe, sowie kürzlich in Frankfurt geschehen, üben auf Besucher und Zuschauer ungeahnte Anziehung aus. Wie ist es sonst anders zu erklären, dass der Sprengung des Frankfurter Uni-Turmes mehr als 40.000 Menschen beiwohnten? Auch das Hamburger Millerntorhochhaus, das bereits 1995 zu Schutt und Asche wurde, zog die Gäste magisch an: Damals besuchten 80.000 Schaulustige das Spektakel des Einsturzes. Was ist dabei, wenn ein altes Gebäude, dessen Sanierung nicht mehr lohnt, abgerissen wird? Warum zieht so ein Ereignis wahre Menschenmassen an? Oft ist es die Erinnerung, die viele mit einer Immobilie verbinden. Handelt es sich um ein besonders großes oder auffälliges Gebäude, das für ein Stadtbild prägend ist, haben die Bewohner oft eine lokale Verbindung. Das Beiwohnen bei der Sprengung ist dann wie ein Abschied von einem Teil der altbekannten Stadt. Neben einem ausgeprägten Lokalpatriotismus ist aber auch die ästhetische Wirkung eines einstürzenden Hauses oder mehrstöckigen Gebäudekomplexes nicht zu unterschätzen: Der aufwirbelnde Staub, der Geruch alten Betons, die sich neigende Fassade, die Sekunden des Einsturzes sind insofern etwas besonderes, da sich dieser Moment und das damit hervorgerufene Bild nie wieder so ergeben werden. Nie wieder wird dieses Gebäude zu sehen sein, weder als zementierte Festung noch als zusammenfallende Sequenz.

Fotos: Fotolia.com – marog-pixcells; Geiger Unternehmensgruppe
Autorin: Gabriele Wende

M 75 Global Explorer

M75 Global Explorer: Nur kein Neid!

M75 Global Explorer ist der Name des Schiffes, das ab 2016 als Schnäppchen für Milliardäre zu haben ist. Das Boot, das mit einer Länge von 75 Metern und allerlei Extras wie Sauna, Whirlpool, Bar, und Hubschrauberlandeplatz daherkommt, kostet rund 50 Millionen Euro. Zurzeit wird es vom Schiffsbauer Denison Super Yachts in Florida erbaut und ist, laut Aussagen der Firma, „das erste Schiff dieser Art“. Frühestens 2016 wird es vom Stapel laufen.

Einen potentiellen Käufer hat die M75 Global Explorer schon. Sollte sich jedoch ein weiterer Interessent melden, stellt eine Bauzeit von etwa 2,5 Jahre auch keine Herausforderung für den Schiffsbauer dar. Je nach Zusatzausstattung oder individuellen Wünschen bei der Inneneinrichtung kann sich die Bauphase jedoch verlängern: Bei technischen Spezifika oder besonderen Einrichtungswünschen ist mit längeren Wartezeiten zu rechnen. Die aktuelle Planungsphase des Bootes macht jedoch so einiges möglich: Potentielle Interessenten haben ein Mitspracherecht bei der Ausstattung und können sich zusätzliche Extras einbauen lassen. „Dies könne jedoch den Kaufpreis auf bis zu 70 Millionen Euro treiben“, so Alex Clarke, Verkäufer bei Denison Super Yachts.

Neben Sauna und Whirpool besitzt die Yacht auch einen Loungebereich mit Schwimmbad. Der Boden dieses beschatteten Platzes an der Sonne ist mit echtem Teakholz auf Aluminium ausgestattet. Wem es hier zu laut wird, der kann sich eine Etage höher begeben und von dort den Blick über die weiten des Meeres schweifen lassen. Das mit 1.710 PS ausgestattete Transportmittel schafft etwa 33 km/h. 38 Personen finden auf dem Luxusliner der „Discountklasse“ Platz: Schlafplätze sind für 22 Crewmitglieder und für 16 Passagiere vorgesehen. Globale Expeditionen der Luxusklasse lassen sich auf diese Weise in jedem erdenklichen Flecken der Erde genießen. Die M75 Global Explorer besitzt zudem genügend Power, um einen Strecke von 11.000 Kilometer hinter sich zu lassen, ohne dabei einen Zwischenstopp in einem Hafen machen zu müssen.

Foto: Hersteller
Autorin: Gabriele Wende