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Science Fiction für die Straße: Aeromobil 2.5

Nie wieder im Stau stehen?
Aeromobil heißt das Fahrzeug, das eine neue Form der Fortbewegung möglich macht. Dieses Fahrzeug beschränkt seine Nutzer nicht länger auf die Straße, sondern eröffnet neue Wege und neue Perspektiven. Ob dies nun bedeutet, dass bisherige Autofahrer zukünftig die Lufträume erobern oder sich der Verkehr in den Städten angesichts verstopfter Straßen zunehmend in den Luftraum verlagern wird, bleibt ungewiss. Noch steckt die Technik in den Kinderschuhen, auch wenn in den USA schon seit 2011 fliegende Fahrzeuge dieser Art zu erwerben sind.
Allein die Entwicklung und Erfindung eines fliegenden Autos sichert jedoch noch keine Mobilität im Luftraum. Um die neuen flugfähigen Fahrzeuge tatsächlich nutzen zu können, sind eine Reihe von gesetzlichen Maßnahmen und Erlassen erforderlich. In den USA bedeutete dies beispielsweise, dass langjährige behördliche Verfahren notwendig waren, in denen das Gefährt erst für Straßenverkehr und später für den Luftraum zugelassen werden musste. Amtlich erhielt das Vehikel die Bezeichnung „Kleinflugzeug mit Straßenzulassung“. Trotz zukunftsfähiger Potentiale blieb die große Nachfrage jedoch aus. Ein Grund hierfür mag der Preis gewesen sein: 280.000 Dollar (ca. 210.000 Euro) sind eben kein Pappenstiel – auch nicht für ein fahrbares Flugobjekt. Darüber hinaus gab es weitere Schwierigkeiten: Zum Starten und Landen sind 800 Meter Lande- bzw. Startbahn erforderlich. Eine Nähe zum Flughafen ist so unweigerlich einzuhalten. Dies machte das Gefährt für den alltäglichen Gebrauch im Straßenverkehr nahezu unbrauchbar.

Aeromobil: 20 Jahre Entwicklungsarbeit
Doch neueste Entwicklungen hinsichtlich alternativer Nutzungsmöglichkeiten von Fahrzeugen gibt es seit Kurzem auch in der Slowakei. In 2013 wurde dort das Aeromobil 2.5 präsentiert: Ein nach über 20 Jahren Entwicklungsarbeit produziertes Vehikel, mit dem sich ebenfalls der Luftraum erobern lässt. Noch handelt es sich um einen reinen Prototypen, aber die nächste Generation ist schon im Bau. Auch seine ersten Flugstunden hat das Aeromobil bereits hinter sich: Im September 2013 wurde das fliegende Fahrzeug der Presse vorgestellt. Das Fliegen in der Luft ist jedoch noch ausbaufähig. Immerhin: Es schwebte – nicht lange, nicht weit, aber es schwebte! Und mittlerweile steht bereits die Generation 3.0 in den Startlöchern.

Technische Daten und Ausstattung
In der 6-Meter-langen Kabine aus Carbon finden 2 Personen Platz, das Leergewicht beträgt 450 Kilogramm. Mit einem Verbrauch von rund 15 Litern Normalbenzin pro Flugstunde schluckt das Fahrzeug kaum mehr als ein Sportwagen. Am Boden verbraucht es lediglich 7,5 Liter/Stunde. Die Geschwindigkeit liegt am Boden bei bis zu 180 km/h, in der Luft erreicht das Aeromobil 200 Stundenkilometer und mehr. Die Verwandlung vom Automobil zum Ultraleichtflieger gelingt innerhalb einer Minute. Dann klappen die Flügel aus und das schnittige Vehikel wird in einigen Sekunden zum Ultraleichtflieger. Doch auch das aerodynamische Design überzeugt neben den harten Fakten der Maschinerie. Dies war eine Bedingung des Industriedesigners Stefan Klein, der seit 20 Jahren der Tüftler hinter dem Aeromobil ist. „Alles hat ein wunderschönes Design – das ist mir sehr wichtig“. Die Produktion sei für 2015 bzw. 2016 geplant. Auch die millionenschwere Finanzierung sei vorerst gesichert. Doch was wird das Aeromobil für den Konsumenten kosten? Hierüber kann Klein bisher keine Auskunft geben. An oberster Stelle steht ohnehin die flächendeckende Nutzung des Objekts: In großflächigen Staaten wie zum Beispiel China oder Russland plant Klein, die Fortbewegung nachhaltig zu verändern. Doch bis dato sind ähnliche Hürden zu meistern wie in den USA: Die Zulassungsbestimmungen der Luft- und Straßenverkehrsbehörde sind in der Slowakei ähnlich streng. Es geht um Start und Landung, aber auch um Beleuchtung und Beschilderung (Nebelschlussleuchte und Nummernschild). Noch ist der Traum vom Fliegen für Jedermann nicht ausgeträumt.

Autor: Gabriele Wende
Foto: www.aeromobil.com