Category Archives: Wohnen

Elphilharmonie - eine exklusive Anschrift

Teuerste Wohnung in Hamburg verkauft

Das Wohnen in Hamburg immer teurer wird, ist nichts Neues. Einen absoluten Spitzenpreis hat jetzt ein Eigentümer aus Süddeutschland für eine 400 Quadratmeter Wohnung in der Hamburger Elbphilharmonie gezahlt: Über 10 Millionen Euro. So ist diese Wohnung nicht nur ein exklusives Juwel an einer der derzeit renommiertesten Adressen Hamburgs, sondern gleichzeitig die teuerste Wohnung der Hansestadt.

Für diesen Preis gibt es viel Wohnfläche und einen wunderbaren Panoramablick aus dem 18. Stock der Elphi. Früher waren einmal die obersten Stockwerke der Häuser den Bediensteten überlassen, doch heute gehören die obersten Etagen den oberen Zehntausend. Vermarktet wurde das gute Stück von der Maklerfirma Engel & Völkers. Derzeit sind noch ein paar Wohnungen in dem neuen Wahrzeichen frei – und käuflich zu erwerben. Wer also noch ein paar Euro in der Tasche hat, sich zukünftig einen besonders exklusiven Blick gönnen möchte und schon immer in einem außergewöhnlichen Objekt wohnen wollte, sollte nicht länger zögern. Laut Engel & Völkers macht gerade die Möglichkeit in einer architektonisch einzigartigen Sehenswürdigkeit zu wohnen, den besonderen Reiz der Apartments aus.

Eines darf dabei natürlich nicht fehlen: Eine exklusive Inneneinrichtung. Diese ist bei dem gezahlten Spitzenpreis noch nicht inbegriffen.

Foto: pixabay.com, Peter Kaul

Ente

Die Daunen der Eiderente

Sie sind weich, sie sind kuschelig und unglaublich warm: Die Rede ist von den Daunen der Eiderente. Doch neben diesen drei Eigenschaften gibt es noch ein weiteres Charakteristikum: Die Federn sind unglaublich teuer. Eine Bettdecke aus Eiderdaunen kostet je nach Größe und Qualität rund 3.000 Euro aufwärts. Spitzenpreise für Decken mit Eiderdaunen erreichen die 10.000 Euro-Marke. Doch was macht die Daunen der Eider so besonders?

Anders als klassische Daunenfedern von Enten oder Gänsen dienen die Eiderdaunen nicht dem Schutz der Ente vor Kälte oder Nässe, sondern ausschließlich dem Schutz der Brut. Die Eiderente nutzt die besonderen Federn, um ihre Nester auszupolstern und ihre Gelege gegen die eisige Kälte in den vorwiegenden Brutgebeiten in den Regionen Skandinaviens (Dänemark, Island) zu schützen. Die Daune bietet hervorragenden Schutz gegen die klimatischen Witterungsbedingungen wie kalte Winde und niedrige Temperaturen und schützt die Brut sowie die Nachkommenschaft. Vor allem in Island ist das Sammeln der Eiderdaunen sehr beliebt – nicht nur aus kommerziellen Beweggründen.

Trotz ihres stolzen Preises ist sowohl die Eiderente als auch die Eiderdaune optisch eher unspektakulär. Sie hat eine bräunliche Färbung und unterscheidet sich in Größe und Struktur von herkömmlichen Daunen: Sie ist größer, feiner und bildet ein klettenartiges Gewebe. Dank dieser Struktur ist es möglich, sehr leichte Decken zu produzieren, die trotz einer geringe Menge an Füllmaterial sehr warm halten. In der Natur verhindert die Klettstruktur das Davonwehen durch Wind und Wetter: Die Daunen kleben aneinander und bilden ein wärmendes Knäuel, das auch in der Decke seinen wärmenden Zweck erfüllt.

Eiderdaunen sammeln: Ein Hobby mit Gewinn?
In Deutschland ist das Sammeln von Eiderdaunen nur erlaubt, wenn die Ente ihr Nest verlassen hat. Erst dann ist das „Ernten“ der kostbaren und wärmenden Federn aus den verlassenen Nestern gestattet. In Island hingegen herrschen andere Sitten: Hier werden Eiderente regelrecht beim Brüten unterstützt: Mit Holzhäuschen und vorbereiteten Bruthöhlen machen es einige Sammler den Enten besonders bequem. Kurz vor dem Schlüpfen der Küken tauschen die Farmer das im Nest zu findende Federkleid aus Eiderdaunen gegen wärmendes Stroh aus. In Island ist das Sammeln der Daunen eine lukrative Einnahmequelle mit der sich sehr gut Geld verdienen lässt: Üblicherweise schwanken die Preise während eines Jahres beträchtlich. Auch Hobbysammler, die nicht davon leben, aber dennoch Spaß am Pflücken der Federn haben, kommen bei der Jagd nach der Eiderdaune auf ihre Kosten. Selbst wenn sie nach und nach nur wenige Gramm beisammen haben, reicht dies eventuell schon zur Füllung für eine sehr leichte, aber wärmende Decke aus. Damit man die exklusive Füllung richtig genießen kann, durchlaufen die Daunen einen speziellen Waschgang bei über hundert Grad. Der Reinigungsprozess dauert zum Teil mehrere Tage, da die wertvollen Federn anschließend getrocknet und in Handarbeit selektiert werden. Knoten, Stroh und andere Restrückständen müssen aus den Federn entfernt werden, ansonsten wird’s in der Nacht unbequem.

Wer sich mit einer Decke aus handverlesenen Eiderfedern bettet, wird die Wirkung der besonderen Füllung schnell spüren: Leicht und luftig, aber wärmend zugleich. Nicht ohne Grund zählen die Daunen der Eiderente zu den edelsten und teuersten Federn der Welt.

Foto: ©sid221 – Fotolia.com
Text: GW

Ups and Downs

Penthouse vs. Bruchbude. Was besitzt mehr Ästhetik?
Was sehen Sie? Ein Penthouse, im 12. Stock eines Hochhauses? Eine Wohnung, bei der man sagen würde: „Wenn diese mein Eigen wäre, dann hätte ich es geschafft“? Lange galt die Dachwohnung als ein Domizil für Menschen, die in der sozialen Hierarchie weit unten standen. Auch im antiken Rom galt das Wohnen in den oberen Etagen als hinderlich. Schließlich mussten das Wasser und alle Nahrungsmittel bis ganz in den obersten Stock geschafft werden. Und auch in späteren Zeiten waren die Dachkammern und Mansardenzimmer den Bediensteten vorbehalten, während die feinen Herrschaften in der Belétage im 1. Stock lebten und es sich dort gut gehen ließen.

Heute steht das Wohnen in der obersten Etage für das Ankommen bei den oberen Zehntausend. Diejenigen, die es sich leisten können, streben nicht mehr nach dem Einfamilienhaus wie es so typisch für die 1970er und 1980er Jahre war. Auch Villen sind für viele heute nur noch von geringem Interesse. Heute sind es die oberen Etagen luxuriöser Dachwohnungen oder das exklusive Obergeschoss eines Mehrfamilienhauses, das diese abgelöst hat.

Finanzkrise sorgte für Preisanstieg

Auch die Finanzkrise sowie steigende Mietpreise haben in vielen Großstädten zu dieser Entwicklung beigetragen: Wer das nötige Kleingeld hat, hat kräftig investiert und den Bauboom in diesem Segment weiter angeheizt. Damit verbunden war gleichzeitig eine weitere Preissteigerung: Die ohnehin schon teuren Wohnungspreise der Extraklassen haben aufgrund der steigenden Nachfrage in den letzten Jahren noch einmal kräftig zugelegt. In Frankfurt soll ein Käufer kürzlich einen Quadratmeterpreis von knapp 14.000 Euro gezahlt haben. Dass solche Spitzenpreise Aufsehen erregen, ist vorprogrammiert. In München kursieren Quadratmeterpreise für Penthäuser bei 23.000 Euro – dagegen ist Frankfurt ein Schnäppchen.

Die symbolische Nähe zum Himmel hat ihren Reiz. Dies gilt inzwischen nicht mehr nur für Manager und Vorgesetzte, auch wenn bis dato kein anderer Platz innerhalb eines Wohnhauses den Aufstieg besser verkörperte als der oben liegende Wohnbereich. Auch ältere Betuchte oder Personen, die vor dem Hintergrund der Finanzkrise in einem Penthouse ein sicheres Investment sehen, tragen zu steigen Immobilienpreisen bei. Dabei gibt es durchaus andere Gründe, um in die Höhe zu streben: Ein Penthouse ist in seiner Bauweise oft sehr individuell. In vielen Großstädten wurden diese nachträglich aufs Dach von bestehenden Mehrfamilienhäusern oder Bürokomplexen gesetzt, so geschehen z. B. in Berlin, wo ein 90-Quadratmeter Standard Gewächshaus auf dem Dach eines Gewerbekomplexes thront. Der wahre Penthouses-Besitzer strebt jedoch nach etwas Spezifischem: Einer ausgefallenen Bauweise, einem besonderen Standort, einer exklusiven Dachterrasse oder einem umwerfenden Blick über die anderen Gebäude der Stadt. Eine luxuriöse Inneneinrichtung tut ihr übriges. Aber wie ästhetisch sich das Ganze auch darstellt: Aufgrund der Nähe zum Himmel besitzt jedes Penthouse, ob nun groß oder klein, eine ganz besondere Ästhetik.

Hochhaus fällt Foto: Geiger Unternehmensgruppe

Hochhaus fällt
Foto: Geiger Unternehmensgruppe

Aber auch andere Gebäude besitzen ästhetischen Reiz: Einstürzende Bürokomplexe, sowie kürzlich in Frankfurt geschehen, üben auf Besucher und Zuschauer ungeahnte Anziehung aus. Wie ist es sonst anders zu erklären, dass der Sprengung des Frankfurter Uni-Turmes mehr als 40.000 Menschen beiwohnten? Auch das Hamburger Millerntorhochhaus, das bereits 1995 zu Schutt und Asche wurde, zog die Gäste magisch an: Damals besuchten 80.000 Schaulustige das Spektakel des Einsturzes. Was ist dabei, wenn ein altes Gebäude, dessen Sanierung nicht mehr lohnt, abgerissen wird? Warum zieht so ein Ereignis wahre Menschenmassen an? Oft ist es die Erinnerung, die viele mit einer Immobilie verbinden. Handelt es sich um ein besonders großes oder auffälliges Gebäude, das für ein Stadtbild prägend ist, haben die Bewohner oft eine lokale Verbindung. Das Beiwohnen bei der Sprengung ist dann wie ein Abschied von einem Teil der altbekannten Stadt. Neben einem ausgeprägten Lokalpatriotismus ist aber auch die ästhetische Wirkung eines einstürzenden Hauses oder mehrstöckigen Gebäudekomplexes nicht zu unterschätzen: Der aufwirbelnde Staub, der Geruch alten Betons, die sich neigende Fassade, die Sekunden des Einsturzes sind insofern etwas besonderes, da sich dieser Moment und das damit hervorgerufene Bild nie wieder so ergeben werden. Nie wieder wird dieses Gebäude zu sehen sein, weder als zementierte Festung noch als zusammenfallende Sequenz.

Fotos: Fotolia.com – marog-pixcells; Geiger Unternehmensgruppe
Autorin: Gabriele Wende