Money doesn’t matter: Jeff Koons‘ Balloon Dog

Als ich vier Jahre alt war, schenkte mir ein Zauberer auf einem Flohmarkt zwei Luftballons. Diese Luftballons waren nicht einfach nur zwei Luftballons: Sie waren zu einem Hund geformt, ineinander verknotet, Schwanz und Schnauze deutlich erkennbar. In einem zarten Rosa machte mich dieser Hund mit seinen runden Formen zum glücklichsten Kind an diesem Nachmittag. Sehr stolz war ich auf das rosafarbene Tier und meinen neuen Gefährten. Diese Freude hielt solange, bis eine meiner Freundinnen die Ballons zum Platzen brachte. Enttäuscht und traumatisiert lief ich von da an durch die Welt – ohne meinen geliebten rosafarbenen Vierbeiner.

Vor Kurzem, rund 30 Jahre später traf ich erneut auf meinen damaligen Weggefährten. Er sah noch genauso aus wie damals. Seine zartrosa Farbe hatte sich zwar in ein metallisch glänzendes Orange verwandelt und er war um einige Meter gewachsen, doch seine Rundungen und seine Form entsprachen denen meines Lieblings von vor vielen Jahren. Warum nur hatte nicht ich die einfallsreiche Idee von Jeff Koons? Die Schnauze mit Luftballonverschluss war auch mir wohl bekannt und seine besondere Form hatte mich schon als Vierjährige fasziniert, ja, regelrecht in ihren Bann gezogen.

Hund ist Kunst
Balloon Dog heißt das Kunstwerk von Jeff Koons, das im November 2013 in New York für 58,4 Millionen Dollar (43,46 Millionen Euro) versteigert wurde. Das Werk, das der Form zweier zusammengeknoteter Ballons entspricht, hat Koons auf den Thron der teuersten lebenden Künstler katapultiert. Wer war doch noch mal Gerhard Richter? Koons ist mit seinem Balloon Dog ein absoluter Coup gelungen. Wie gesagt, die Form und das Tier an sich, haben selbst schon kleine Mädchenherzen erfreut. Aber heute interessieren andere Werte: Koons Glanzstück strahlt Prunk und Protz zugleich aus. Dekadenz ist fast ein Fremdwort, um den Hund in überlebensgroßer Form zu beschreiben.

Wo versteckt sich der orange Rüde?
Wer das starke Stück erworben hat, ist nicht bekannt – zumindest nicht in der Öffentlichkeit. Ein Foto zeigte das überdimensionierte Hundchen zwischenzeitlich auf der Grünfläche eines Hauses. Doch ob sich das gute Tier dort auch tatsächlich immer noch aufhält, ist nicht gewiss. Wer’s findet, meldet sich einfach mit einem passenden Foto. Wir freuen uns über zahlreiche Zuschriften!

Up Date vom 22. Januar 2017: Inzwischen wurde der Balloon Dog an den unterschiedlichsten Stellen gesichtet. Die insgesamt 5 verschieden farbigen Hunde in Orange, Blau, Magenta, Gelb und Rot zeigten sich in folgenden Städten: Die Magenta-Version steht am Palazzo Grassi in Venedig und wirft einen Blick über den Canale Grande. Dieser Balloon Dog gehört François Pinault. Milliardär Eli Broad ist stolzer Besitzer der blauen Version des expressiven Kunstwerks. Dieser Hund ist zum Beispiel in The Broad, einem Museum für zeitgenössische Kunst in Los Angeles zu sehen. Der rote Hund gehört einem griechischen Industriellen: Dakis Joannou. Der gelbe ist Eigentum von SAC Capital Hedge Fonds Magnat Steven A. Cohen, der nicht nur dieses Kunstexemplar besitzt, sondern noch zahlreiche weitere. Nur ein Exemplar bleibt weiterhin verschollen: Klar – der orangefarbene Rüde ist nirgendwo in der Öffentlichkeit mehr aufgetaucht…Falls jemandem dieser doch noch begegnet: Bitte melden! Wir freuen uns über Nachrichten!

Übrigens: Einer der Vierbeiner hat leider Ende 2016 das Zeitliche gesegnet. Zum Glück war es nicht einer der übergroß-dimensionierten Stücke, sondern eine kleinere Replik der großen Originale. Diese ging bei einer Ausstellung im Miami zu Bruch. Huups! So schnell wird aus einem vierbeinigen Begleiter ein großer Scherbenhaufen.

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