Ei, ei, ei…

Ach Du dickes Ei! Das wird sich auch ein US-Schrotthändler gedacht haben, der für ein auf dem Flohmarkt erworbenes Farbergé-Ei einen Spitzenpreis von 24 Millionen Euro erhielt. Doch wie kam es zu dieser unglaublichen Geschichte? Der Schrotthändler kaufte auf dem Flohmarkt ein kleines goldenes Ei für 14.000 Dollar. Sein Ziel: Es mit einem höheren Gewinn weiter zu verkaufen. Ihm schwebten dabei rund 500 Dollar vor Augen. Kaum zu glauben, aber wahr: Niemand wollte sein Goldei haben. Erst bei Recherchen im Internet wurde ihm der tatsächliche Wert seines Flohmarktkaufs bewusst: In London bestätigte Fabergé-Experte Kieran McCarthy dem Amerikaner die Echtheit des verschollenen Fabergé-Eis. Und klärte zudem über den geschätzten Wert auf.

Ein Luxus-Ei als Ostergeschenk

Die nur 8,2 Zentimeter kleine Kostbarkeit, in deren Innern sich eine Uhr des Luxus-Uhrmachers Vacheron Constantin befindet, galt lange als vermisst. Experten unterscheiden zwischen Fabergé-Eiern, die vom Zar persönlich in Auftrag gegeben wurden und zwischen nicht-Zaren-Eiern. Bei dem nun aufgetauchten Ei handelt es sich um eine zaristische Auftragsarbeit. Der russische Kaiser Alexander III. bat Fabergé 1885 zum ersten Mal, ein Ei für seine Gemahlin, die Zarin Maria Fjodorovna, anzufertigen, das er ihr Ostern als Geschenk überreichte. Seitdem setzte sich dieser Brauch Jahr für Jahr fort. Das kleine Goldei mit der Uhr im Innern und dem dreibeinigen Sockel schenkte er ihr 1887. Offiziell fertigte der Hofjuwelier Carl Fabergé 50 Eier für die Zarenfamilie an, acht Eier galten seit der russischen Revolution als verschollen. Seit kurzem sind es nur noch sieben.

Letzte Chance nutzen

Wer noch die letzte Chance nutzen möchte, einen Blick auf das kleine goldene Ei zu erhaschen: Zwischen dem 14. und 17. April 2014 kann man das kleine Kunstwerk bei Wartski in London bewundern.

Foto: © rakun – Fotolia.com

Autorin: Gabriele Wende

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