Ente

Die Daunen der Eiderente

Sie sind weich, sie sind kuschelig und unglaublich warm: Die Rede ist von den Daunen der Eiderente. Doch neben diesen drei Eigenschaften gibt es noch ein weiteres Charakteristikum: Die Federn sind unglaublich teuer. Eine Bettdecke aus Eiderdaunen kostet je nach Größe und Qualität rund 3.000 Euro aufwärts. Spitzenpreise für Decken mit Eiderdaunen erreichen die 10.000 Euro-Marke. Doch was macht die Daunen der Eider so besonders?

Anders als klassische Daunenfedern von Enten oder Gänsen dienen die Eiderdaunen nicht dem Schutz der Ente vor Kälte oder Nässe, sondern ausschließlich dem Schutz der Brut. Die Eiderente nutzt die besonderen Federn, um ihre Nester auszupolstern und ihre Gelege gegen die eisige Kälte in den vorwiegenden Brutgebeiten in den Regionen Skandinaviens (Dänemark, Island) zu schützen. Die Daune bietet hervorragenden Schutz gegen die klimatischen Witterungsbedingungen wie kalte Winde und niedrige Temperaturen und schützt die Brut sowie die Nachkommenschaft. Vor allem in Island ist das Sammeln der Eiderdaunen sehr beliebt – nicht nur aus kommerziellen Beweggründen.

Trotz ihres stolzen Preises ist sowohl die Eiderente als auch die Eiderdaune optisch eher unspektakulär. Sie hat eine bräunliche Färbung und unterscheidet sich in Größe und Struktur von herkömmlichen Daunen: Sie ist größer, feiner und bildet ein klettenartiges Gewebe. Dank dieser Struktur ist es möglich, sehr leichte Decken zu produzieren, die trotz einer geringe Menge an Füllmaterial sehr warm halten. In der Natur verhindert die Klettstruktur das Davonwehen durch Wind und Wetter: Die Daunen kleben aneinander und bilden ein wärmendes Knäuel, das auch in der Decke seinen wärmenden Zweck erfüllt.

Eiderdaunen sammeln: Ein Hobby mit Gewinn?
In Deutschland ist das Sammeln von Eiderdaunen nur erlaubt, wenn die Ente ihr Nest verlassen hat. Erst dann ist das „Ernten“ der kostbaren und wärmenden Federn aus den verlassenen Nestern gestattet. In Island hingegen herrschen andere Sitten: Hier werden Eiderente regelrecht beim Brüten unterstützt: Mit Holzhäuschen und vorbereiteten Bruthöhlen machen es einige Sammler den Enten besonders bequem. Kurz vor dem Schlüpfen der Küken tauschen die Farmer das im Nest zu findende Federkleid aus Eiderdaunen gegen wärmendes Stroh aus. In Island ist das Sammeln der Daunen eine lukrative Einnahmequelle mit der sich sehr gut Geld verdienen lässt: Üblicherweise schwanken die Preise während eines Jahres beträchtlich. Auch Hobbysammler, die nicht davon leben, aber dennoch Spaß am Pflücken der Federn haben, kommen bei der Jagd nach der Eiderdaune auf ihre Kosten. Selbst wenn sie nach und nach nur wenige Gramm beisammen haben, reicht dies eventuell schon zur Füllung für eine sehr leichte, aber wärmende Decke aus. Damit man die exklusive Füllung richtig genießen kann, durchlaufen die Daunen einen speziellen Waschgang bei über hundert Grad. Der Reinigungsprozess dauert zum Teil mehrere Tage, da die wertvollen Federn anschließend getrocknet und in Handarbeit selektiert werden. Knoten, Stroh und andere Restrückständen müssen aus den Federn entfernt werden, ansonsten wird’s in der Nacht unbequem.

Wer sich mit einer Decke aus handverlesenen Eiderfedern bettet, wird die Wirkung der besonderen Füllung schnell spüren: Leicht und luftig, aber wärmend zugleich. Nicht ohne Grund zählen die Daunen der Eiderente zu den edelsten und teuersten Federn der Welt.

Foto: ©sid221 – Fotolia.com
Text: GW

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